„Gegen die Nacht können wir nicht angehen, aber wir können ein Licht anzünden.“

Franz von Assisi

ALLGEMEINE FRAGEN

WAS BEDEUTET PALLIATIV?

Palliativ leitet sich von dem lateinischen Wort „Pallium“ = Mantel ab.

Es wird sinnbildlich ein schützender Mantel um den Betroffenen gelegt. Bei einer palliativen Versorgung / Behandlung liegt das Ziel nicht in der Heilung einer Erkrankung, wie es in der kurativen Medizin angestrebt wird. Es geht vielmehr darum, Symptome zu lindern (Palliation) um die Lebensqualität zu verbessern und zu fördern.

Eine palliative Versorgung erfolgt durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen (Hausarzt, Pflegedienst, Pflegeheime, Physiotherapie, etc.) und ehrenamtlichen Helfern, wie z.B. Hospizgruppen.

Im Mittelpunkt der Betreuung steht sowohl der betroffene Patient, aber auch seine An- und Zugehörigen, welche mit Problemen konfrontiert werden, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. In einer palliativen Versorgungssituation haben Linderung von körperlichen Problemen, Hilfe bei psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität. Wenn eine ausreichende Linderung der Krankheitssymptome bereits durch die oben genannten Leistungserbringer im Gesundheitssystem erreicht werden kann, spricht man von der Allgemeinen Ambulanten Palliativ Versorgung = AAPV.

WAS BEDEUTET SAPV UND WER HAT GESETZLICHEN ANSPRUCH DARAUF?

SAPV bedeutet Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung.

Diese kommt dann zum Tragen, wenn die Komplexität der Symptome eine Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung übersteigt. Das heißt es liegen zu der palliativen Versorgungssituation mindestens ein ausgeprägtes Symptom vor und die voraussichtliche Lebenszeit ist durch eine fortgeschrittene Erkrankung auf Tage, Wochen oder wenige Monate begrenzt.

Fortgeschrittene Erkrankungen können sein: metastasierte Tumorerkrankungen, neurologische Erkrankungen (z.B. ALS), Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, Demenz, etc. Um ein SAPV-Team hinzuziehen zu können, muss zusätzlich mindestens ein ausgeprägtes Symptom folgender Bereiche vorliegen:

  • ausgeprägte Schmerzen
  • Nervensystem und Psyche
  • Herz-Kreislauf-System
  • Magen-Darm-Bereich
  • Harn- und Geschlechtsorgane
  • exulzerierende Wunden oder Tumore

Diese Regelungen gelten Deutschland weit, wobei sich einzelne Bundesländer in den Rahmenverträgen unterscheiden. Der Mustervertrag SAPV Baden-Württemberg findet sich im Sozialgesetzbuch § 37b SGB V i.V.m § 132 d SGB V.

Sollten die beschriebenen Kriterien erfüllt sein, hat jeder GESETZLICH Versicherte Anspruch, ein SAPV-Team in die Versorgung mit einzubinden.

Bei PRIVAT Versicherten haben nur Versicherte, welche sich im Basis-Tarif befinden einen gesetzlichen Anspruch. Sollte man einen anderen Tarif als Privatversicherter abgeschlossen haben, muss die Kostenerstattung seitens der Kassen im Einzelfall entschieden werden.

WIE STELLE ICH KONTAKT ZUM PALLIATIVNETZ HER?

Die Erstanfrage wird oft durch die Klinik, den Haus- oder Facharzt gestellt. In einigen Fällen wenden sich Patienten oder Angehörige selbst an das Palliativnetz. Die Verordnung für eine Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung erfolgt immer durch den Hausarzt oder Facharzt in der Regel für 4 Wochen. Ein Krankenhausarzt kann bei Entlassung für 7 Tage eine Verordnung ausstellen.

Um eine Palliativversorgung erfolgreich gestalten zu können, ist es unbedingt erforderlich, dass der Hausarzt die Einschaltung des SAPV-Teams befürwortet und dieser gemeinsam mit dem SAPV-Team im engen Austausch bleibt. Der Hausarzt wird durch die SAPV nicht ersetzt, vielmehr unterstützt die SAPV ihn in der palliativen Behandlung und ergänzt dessen Handlungsrahmen.

Eine regelmäßige Kommunikation zwischen den beteiligten Leistungserbringern, wie Hausarzt, Pflegedienst, ggf. Hospizgruppe etc. fördert die Zusammenarbeit und das Erreichen gemeinsamer Behandlungsziele.

WIE KANN EINE BEGLEITUNG KONKRET AUSSEHEN?

Nach Kontaktaufnahme zum Palliativnetz wird ein erster Hausbesuch zum Aufnahmegespräch vereinbart. Bei diesem Besuch wird der individuelle Versorgungsbedarf des Patienten ermittelt und ein Therapie- sowie Notfallplan erstellt. Bei Bedarf werden benötigte Hilfsmittel verordnet oder Kontakt zu unterstützenden Systemen wie Pflegedienste oder Hospizgruppen hergestellt. Der Patient und seine Angehörigen erhalten eine Notfallnummer, unter der das Palliativnetz 24 Stunden erreichbar ist. In Absprache mit dem behandelnden Arzt wird die Notfallmedikation verordnet und ggf. bereitgestellt. Der betroffene Patient und sein soziales Umfeld erhalten eine genaue Anleitung zur Verabreichung der Medikamente. Es finden regelmäßige Hausbesuche statt, im Bedarfsfall werden die Besuche in enger Absprache mit dem Patienten und seinen Angehörigen den aktuellen Bedürfnissen angepasst.

Die Behandlung wird kontinuierlich digital dokumentiert und ist somit für alle Teammitglieder jederzeit zugänglich.

Ziel der Begleitung durch das Palliativnetz ist der Erhalt der Lebensqualität bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen durch bestmögliche Symptombehandlung und Vermeidung von belastenden Krankenhauseinweisungen. Die individuellen Wünsche und persönlichen Bedürfnisse unserer Patienten und Angehörigen stehen bei uns im Vordergrund. Wir passen die Versorgung stets den häuslichen Gegebenheiten an und versuchen so, das soziale Umfeld des Erkrankten zu entlasten. Wir achten und respektieren verschiedene spirituelle, religiöse und weltanschauliche Einstellungen sowie unterschiedliche Kulturen und Lebensstile.

WIE ERREICHE ICH DAS PALLIATIVNETZ?

Werktags kann zwischen 09:00 und 17:00 Uhr telefonisch Kontakt zum Palliativnetz hergestellt werden, um Informationen bzgl. einer Begleitung zu erhalten und ggf. einen ersten Hausbesuchstermin zu vereinbaren.

Patienten, die bereits durch das Palliativnetz versorgt werden, erhalten eine Notfallnummer. Über diese Notfallnummer sind Mitarbeiter des Palliativnetzes 24 Stunden / 7 Tage die Woche erreichbar.

KONTAKT

Palliativnetz Freiburg
gemeinnützige GmbH

Karlsruher Straße 3
79108 Freiburg

Tel.: 0761 3809 888 0
Fax: 0761 3809 888 8

E-Mail: info@palliativnetz-freiburg.de

Die von uns bereits betreuten Patienten und ihre An- und Zugehörigen erreichen uns rund um die Uhr auf der ihnen bekannten Notrufnummer.